Certified IFRS Accountant in Österreich

Mit dem Rechnungslegungsänderungsgesetz (RÄG) 2014 findet derzeit die umfassendste Veränderung der Rechnungslegungsvorschriften in Österreich seit 1996 statt. Fundamentale Bilanzierungsgrundsätze, die seit Jahrzehnten galten werden abgeschafft oder verändert. In vielen Fällen werden die Bilanzierungsregeln des nationalen österreichischen Rechts an die international geltenden Standards angepasst. Informieren Sie sich in diesem Lehrgang daher jetzt über die Rechnungslegungsnovelle des Unternehmensgesetzbuches (UGB) und die International Financial Reporting Standards (IFRS).

Die Wichtigkeit der IFRS-Standards hat sich in den letzten Jahren gezeigt. Gründe dafür sind die Globalisierung im täglichen Unternehmensgeschäft, die internationalen Beziehungen und Kontakte in kleinen und mittleren Unternehmen sowie in Großunternehmen und die daraus geforderte Transparenz der Informationen im Finanzwesen.

Unsere Fernehrgänge vermitteln Ihnen die wesentlichen Aufgaben, Fragestellungen und Inhalte Rechnungslegung nach UGB (incl. RÄG) und IFRS. Wir bieten Ihnen die Ausbildung zum International Accountant in zwei Stufen an. Der Abschluss Certified IFRS Accountant (basic certificate) beinhaltet die Grundlagen der Rechnungslegung nach IFRS im Einzelabschluss. Zunächst wird die bilanzielle Behandlung nach UGB (bzw. RÄG) aufgezeigt, dann werden die Regelungen der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS erläutert.

Spezielle Bilanzierungsprobleme, die Bilanzanalyse und der Konzernabschluss nach UGB und IFRS sowie Fachenglisch sind Prüfungsinhalte, die ausschließlich in der Zertifizierung zum Certified IFRS Accountant (advanced certificate) abgefragt werden.



Nicht nur für die Unternehmen in Österreich, in denen bereits die Anwendung internationaler Standards im Bereich der Rechnungslegung eingeführt wurde, ist die Position des IFRS Accountants eine nicht verzichtbare Position. Auch in Unternehmen, die nicht am Kapitalmarkt tätig sind, werden neben Kenntnissen zum UGB auch Kenntnisse der IFRS für betriebswirtschaftliche Analysen und betriebsinterne Orientierungen genutzt, sodass auch hier eine IFRS-Ausbildung sinnvoll ist.

Die Hauptaufgabe des Certified IFRS Accountant umfasst die Erstellung der Jahres- und Konzernabschlüsse für Unternehmen, die international tätig sind mit umfassenden und praxisorientierten Kenntnissen der internationalen Rechnungslegung. Daneben fallen in das Aufgabengebiet des IFRS Accountant die Darstellung, Analyse und Bewertung des betrieblichen Zahlenwerks nach internationalen Rechnungslegungsstandards.

Unsere Kurse transferieren fundierte Kenntnisse zu Bilanzierung, Bewertung und Analyse der Bilanzpositionen nach UGB und IFRS, sodass eine solide Ausbildung zum International Accountant erfolgt. Den Teilnehmern werden grundlegende und vertiefende Instrumentarien zur Umsetzung von internationalen Rechnungslegungsstandards für ihr Unternehmen umfassend vermittelt.

Die Inhalte unserer Fernstudiengänge umfassen zum Beispiel die Neuregelung durch das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz (RÄG), die Ziele der Internationalen Rechnungslegung, Rahmengrundsätze, Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS, Bilanzaufbau, Aufbau der Gesamtergebnisrechnung, Grundlagen zur Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung und werden Ihnen praxisnah anhand von Beispielen und Fallstudien stets aktuell nahe gebracht.

Im Anschluss an den Lehrgang findet die Zertifizierung in Wien statt.

Weiterbildung als Fernstudium

Ein Fernlehrgang ist ideal für Personen, die ort- und zeitungebunden lernen wollen. Insbesondere Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder häufiger Reisetätigkeit sowie Eltern in der Familienphase können hier gezielt Freizeit in Lernzeit investieren. Die Lehrgangsmaterialien sind speziell für das Selbststudium konzipiert und werden laufend durch unsere Autoren überarbeitet und dem neuen Rechtsstand angepasst. Ausführliche Informationen und Vorteile einer Weiterbildung durch ein Fernstudium haben wir hier für Sie aktuell einmal zusammengestellt.

Die IFRS Standards

Basis einer Weiterbildung im Internationalen Rechnungswesen sind die IFRS, die International Financial Reporting Standards. Im Folgenden haben wir die wichtigsten IFRS-Standards für Sie aufgelistet:

IFRS 1 erläutert die Vorgehensweise, wenn ein Unternehmen das erste Mal die IFRS für einen Abschluss anwendet. Inhalte sind z. B. IFRS Eröffnungsbilanz, Rechnungslegungsmethoden, Ausnahmen von der retrospektiven Anwendung, Schätzungen und Befreiungen von anderen IFRS.
IFRS 2 regelt die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, mit Barausgleich und mit wahlweisem Ausgleich durch Barmittel oder durch Eigenkapitalinstrumente.
In IFRS 3 werden Bilanzierungsregeln für die Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen gegeben. Ein solcher Zusammenschluss liegt vor, wenn ein Erwerber die Beherrschung, d. h. die Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt. Inhalte sind z. B. die Erwerbsmethode, der Erwerbszeitpunkt, Ansatz und Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts und die Behandlung sukzessiver Unternehmenszusammenschlüsse.
IFRS 4 enthält Übergangsregelungen für Versicherer, um die Rechnungslegung von Versicherungsverträgen und Rückversicherungsverträgen abzubilden bis die zweite Phase des Projekts Versicherungsverträge beim IASB abgeschlossen ist.
In IFRS 5 werden Vorschriften gegeben, wie langfristige Vermögenswerte zu bilanzieren sind, die zur Veräußerung gehalten werden. Weiterhin werden die Darstellung und erforderliche Anhangangaben für aufgegebene Geschäftsbereiche erläutert. Inhalte sind z. B. langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen, aufgegebene Geschäftsbereiche, fortzuführende Geschäftsbereiche.
IFRS 6 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften, um Vermögenswerte, die aus der Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen resultieren, im IFRS Abschluss darzustellen. Inhalte sind z. B. mineralische Ressourcen, Klassifizierung und Indikatoren für Wertminderung.
In IFRS 7 werden die verpflichtenden Anhangangaben für Finanzinstrumente geregelt. Inhalte sind Kategorien von Finanzinstrumenten, Ertrags-, Aufwands-, Gewinn- oder Verlustposten, Risiken aus Finanzinstrumenten, qualitative Angaben, quantitative Angaben, Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Sensitivitätsanalyse.
IFRS 8 erläutert die Angaben, die in Bezug auf eine Segmentberichterstattung erforderlich sind. Betroffen sind im Wesentlichen Unternehmen, deren Schuld- oder Eigenkapitalinstrumente an öffentlichen Märkten gehandelt werden, wenn die Geschäftssegmente quantitative Schwellenwerte überschreiten. Inhaltlich sind Angaben zu Produkten/Dienstleistungen, geografischen Gebieten und wichtigen Kunden zu machen.
IFRS 9 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Finanzinstrumente. Die verpflichtende Anwendung ist ab 1.1.2018. IFRS 9 ersetzt IAS 39.
Inhalte sind z. B. finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten, Derivate, Geschäftsmodell, Art der Zahlungsströme, Wertminderung nach expected-loss-model, Kreditrisiko, Hedge Accounting, beizulegender Zeitwert, Fair Value Option.
In IFRS 10 werden Rechnungslegungsregeln für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen gegeben, wenn ein Mutterunternehmen ein oder mehrere Tochterunternehmen beherrscht. Inhalte sind z. B. Beherrschung, Macht, Konsolidierung, nicht beherrschende Anteile.
IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen in Einzel- und Konzernabschlüssen der beteiligten Parteien. Bei einer gemeinsamen Vereinbarung üben zwei oder mehr Parteien gemeinschaftlich Führung aus. Inhalte sind z. B. gemeinschaftliche Tätigkeit, Gemeinschaftsunternehmen, Equity Methode, Bilanzierung von Vermögenswerten und Schulden.
IFRS 12 enthält Regelungen über die verpflichtenden Anhangangaben in Einzel- und Konzernabschlüssen zu Beteiligungen an anderen Unternehmen. IFRS 12 ist anzuwenden, wenn ein Unternehmen beteiligt ist an: Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen, assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten strukturierten Einheiten.
Bei IFRS 13 handelt es sich um einen übergreifenden Standard, der im Zusammenhang mit anderen IFRS angewendet wird, die eine Bewertung oder Angabe zum beizulegenden Zeitwert vorschreiben. Beim beizulegenden Zeitwert handelt es sich um den Preis, der bei einem geordneten Geschäftsvorfall unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Inhalte sind: aktiver Markt, höchste und beste Verwendung, Inputfaktoren, Transaktionskosten, Transportkosten, Fair Value Hierarchie.
IFRS 14 enthält eine Übergangsregelung für Unternehmen, die einen ersten IFRS Abschluss aufstellen und IFRS 1 anwenden und Preisregulierungen unterliegen. Solche Unternehmen dürfen nationale Bilanzierungsregeln in Bezug auf regulatorische Abgrenzungsposten im IFRS Abschluss anwenden.
IFRS 15 beinhaltet die Neuregelung der Umsatzrealisierung nach dem 5-Schritte-Modell. IFRS 15 ist ab dem 1.1.2018 verpflichtend anzuwenden und ersetzt IAS 11 Fertigungsaufträge, IAS 18 Erlöse, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden, SIC 31 Erträge-Tausch von Werbeleistungen
1. Schritt: Identifizierung des Vertrags
2. Schritt: Identifizierung der Leistungsverpflichtungen
3. Schritt: Bestimmung des Transaktionspreises
4. Schritt: Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen
5. Schritt: Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung
In IFRS 16 werden neue Regeln zu Ansatz, Bewertung, Ausweis und Anhangangaben für Leasingverhältnisse gegeben. Der Standard ist auf den Leasingnehmer und Leasinggeber verpflichtend ab 1.1.2019 anzuwenden. IFRS 16 wird IAS 17 Leasingverhältnissee, IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC 15 Mietleasing-verhältnisse – Anreizvereinbarungen, SIC 27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen ersetzen. Inhalte sind z. B. kurz laufende Leasingvereinbarungen, Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte von geringem Wert, right of use assets (Vermögenswerte aus Nutzungsrecht), variable Leasingzahlungen, sale and lease back-Transaktionen, Finanzierungsleasing, Mietleasing.